25.07.2026 Buswanderfahrt in die Nordvogesen

Die Buswanderfahrt des Schwäbischen Albvereins e.V. der Ortsgruppe Bietigheim-Bissingen führte in die Nordvogesen, zu einer Wanderung, die zu vier Burgen führte. Das Interesse daran, war sehr groß, so dass der Bus fast komplett ausgebucht war. Die Fahrt führte über die Autobahn nach Karlsruhe, bei Wörth wurde der Rhein überquert und bei Wissembourg die Grenze nach Frankreich. Bald darauf war das Waldgebiet der Nordvogesen erreicht und über eine schmale Zufahrt ging es letztlich hinauf auf das Plateau der Burg Fleckenstein.

Dort angekommen erfolgte als erstes eine geführte Besichtigung der Burgruine, deren Geschichte durch die Führerin sehr lebhaft geschildert wurde und die Teilnehmer fast in die Zeit dieser zurückversetzte. Erbaut wurde sie auf einem mächtigen Felsen zwischen 1129 und 1174. Der Hauptfels hat eine Länge von 90 Meter, eine Höhe von 30 und eine Breite von nur 8 Meter. Im Laufe der Zeit wurden Mauern, Türme und Häuser, gegen den Fels gebaut. Zerstört wurde sie durch Truppen des Königs Ludwig XIV., vermutlich 1689. Von ihr sowie von den weiteren Burgen, die im Laufe der Wanderungen noch erkundet wurden, bot sich ein weiter Blick über die Vogesen den Pfälzer Wald und bis zur Rheinebene.

Nach der Burgbesichtigung ging es für die Teilnehmer auf drei verschiedene Touren.

Eine für Spaziergänge mit etwa 5 km, ohne große Höhenunterschiede auf dem Plateau der Burg Fleckenstein. Diese führte über den so genannten Köhlerweg, einem lehrreichen Wanderweg, der auf mehreren Stationen die historische Arbeit der Holzkohleherstellung veranschaulicht, zu einem Ausflugslokal, dem Gimbelhof. Von dort hatten sie die Möglichkeit, die restlichen Burgen wenigstens von unten zu betrachten und auch einzukehren. Auf dem gleichen Weg ging es für sie dann auch wieder zurück.                                                                                                                                             Eine längere Tour mit etwa 12 km mit zwei kräftigen Anstiegen und eine kürze mit etwa 7 km mit einem Anstieg, deren Verlauf bis zur letzten, der Wegelnburg, identisch verlief. Die Temperatur lag inzwischen bei annähernd 30° C, was allerdings noch erträglich war, da der Wanderweg weitgehend im Wald verlief. Die Langwanderer gingen es etwas zügiger an. Zuerst führte der Weg über Pfade, auf den Schlossberg steil bergauf, auf dem alle drei weitere Burgen lagen.

Als erstes wurde die Burgruine Löwenstein erreicht. Diese wurde im 13. Jahrhundert auf zwei, durch eine Schlucht getrennte, Sandsteinfelsen erbaut und im 14. Jahrhundert als Raubritternest zerstört. Diese wurde über Stufen erklommen, um die Aussicht zu genießen. Von ihr lag die nächste, die Hohenburg, schon im Blick, die nur ca. 500 Meter weiter lag. Anfang des 13. Jh. wurde diese vom altelsässischen Geschlecht der Puller erbaut, mehrfach wechselten deren Besitzer und 1680 wurde sie ebenfalls zerstört. Auch den Aufstieg auf diese, ließen sich einige nicht entgehen.

Weiter führte der Weg fast eben weiter zum Kaiser-Wilhelm-Stein. Hier wurde die Grenze, zur Pfalz, überschritten. Nach einem kurzen Anstieg wurde nun die letzte, die Wegelnburg, erreicht. Die Wegelnburg wurde im Jahr 1247 erstmals erwähnt. Konrad IV. vergab an Friedrich III. von Leiningen das Lehen, das vorher ein B. de Waeglenburc besessen hatte. 1282 wurde die Burg, weil sich der kaiserliche Vogt des Landfriedensbruchs schuldig gemacht habe, durch Truppen des Hochstifts Straßburg unter Führung des elsässischen Landvogts Otto IV. eingenommen. Umstritten ist, ob die Burg dabei zerstört wurde; eine Zerstörung lässt sich nur durch zeitferne Quellen aus dem 14., 16. und 18. Jahrhundert belegen. Die Burg selbst entsprach etwa der Größe und Bauart der von Fleckenstein. Als erstes wurde nun hier an einem schattigen Platz eine verdiente Rast gehalten. Gestärkt wurde nun diese ebenfalls erstiegen. Oben angelangt, wurde die Gruppe wieder von einer grandiosen Rundsicht über den Pfälzerwald, die Nordvogesen und bis zur Rheinebene belohnt. Auch Orte der Pfalz konnten von oben ausgemacht werden.

Nun war es aber an der Zeit, sich auf den weiteren Weg zu machen. Beim Abstieg von der Burg traf man die zweite Gruppe der Kurzwanderer, die hier jetzt auch zuerst einmal Rast, vor der Burgbesichtigung, hielten.

Über steile Pfade führte der Weg jetzt über Serpentinen hinab ins Tal des Saarbachs. Dabei gab es allerdings eine Überraschung, umgestürzte behinderten den Abstieg, mühsam mussten diese umgangen werden, was ziemlich Zeit in Anspruch nahm. Da für die zweite Gruppe ebenfalls ein Stück dieses Weges für die Rückkehr vorgesehen war, wurden ihnen per Telefon angeraten, auf dem direkten Weg wieder zur Burg Fleckenstein zurückzukehren.

In Schönau wurde nochmals Rast gehalten. Der dortige Dorfbrunnen wurde zur Erfrischung genutzt und die Getränkeflaschen nochmals aufgefüllt. Im Tal des Saarbach führte der Weg nach Hirschthal, wo es wieder über die Grenze nach Frankreich zurückging. Gleich hinter dieser führte uns ein Pfad über einen Südhang wieder bergan, zum Plateau der Burg Fleckenstein. Dieser Abschnitt, war das Härteste, weil inzwischen die Sonne unbarmherzig auf uns niederbrannte. Oben angekommen, wurden sie von den anderen schon sehnlichst erwartet.

Als alle wieder vereint waren, ging es mit dem Bus zur Schlusseinkehr, in ein typisches Elsässer Lokal zu einem gemeinsamen Flammkuchenessen. In gemütlicher Runde saß man zusammen genoss, bei netter Unterhaltung, verschiedenste Flammkuchen, am Ende wurde dies noch mit einem Nachtisch getoppt.

Spät am Abend, zurück in Bietigheim, war für alle ein gelungener, erlebnisreicher, teils auch anstrengender Wandertag zu Ende.

Günter Pitschel